32. Österreichischer Museumstag in Graz

Verleihung Juppenwerkstatt Riefensberg
Neuverleihung 2021 / Juppenwerkstatt Riefensberg (Vorarlberg) v.li.n.re.: Wolfgang Muchitsch (Präsident, Museumsbund Österreich); Bettina Leidl (Präsidentin, ICOM Österreich); Martina Mätzler (Leiterin), Doris Kranzelbinder (Obfrau), Ingrid Schneider und Maria Rose Steurer Lang von der Juppenwerkstatt Riefensberg; Heimo Kaindl (Juryvorsitzender, Österreichisches Museumsgütesiegel).Foto: © Max Wegscheidler

48 Museen werden dieses Jahr ausgezeichnet, davon 18 Neuverleihungen und 30 Verlängerungen. Somit tragen österreichweit 299 Museen das Gütesiegel!

Die Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels 2021 fand am Mittwoch, 6. Oktober 2021, im Rahmen des 32. Österreichischen Museumstages in Graz statt. Unter die heurigen Träger*innen des Gütesiegels reihen sich auch einige Bundesmuseen aus Wien – die Österreichische Galerie Belvedere, das mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig und drei Museen des KHM Museumsverbandes. Die Initiative der großen Häuser, sich um das Gütesiegel zu bewerben, setzt ein wichtiges Zeichen und Awareness zur qualitätsvollen Museumsarbeit nach den internationalen Ethischen Richtlinien für Museen von ICOM (Internationaler Museumsrat) in der österreichischen Museumslandschaft.

Dieses Jahr wurden 18 Institutionen erstmals mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet, darunter sind jeweils zwei Museen aus Niederösterreich und der Steiermark – u. a. das Kunstmuseum Waldviertel aus Schrems mit beeindruckendem Skulpturengarten.

Die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Vorarlberg verzeichnen jeweils eine Neuverleihung: Das Pankratium aus Gmünd in Kärnten überzeugt als interaktive Erlebniswelt der Musik und Farbklänge. Mit dem Salzburger Museum Kunst der Verlorenen Generation wird eine außergewöhnliche Institution geehrt, die sich mit der Sammlung Böhme auf jene Künstler*innen fokussiert, die während des menschenverachtenden Regimes der Nationalsozialisten verfolgt wurden. Im Bregenzerwald versteckt sich ein kleines Juwel, das die Tradition der Tracht bis heute bewahrt und zu neuem Leben erweckt – die Juppenwerkstatt Riefensberg.

Museen aus dem Bundesland Tirol 2021
Gütesiegelträger*innen aus dem Bundesland Tirol 2021Foto: © Max Wegscheidler

In Tirol erhalten fünf Museen das Museumsgütesiegel, die in ihrer Vielfalt unterschiedlicher nicht sein könnten: Zwei Heimatmuseen beleuchten kritische Fragen zur Geschichte und Identität der Orte – das Museum Wattens und das Achentaler Heimatmuseum - Sixenhof. Das Schloss Ambras als eine der ältesten Kunst- und Wunderkammern Europas – heute ein modernes Museum – wird ebenso mit dem Gütesiegel geehrt, wie das Museum Aguntum, das sich der Dokumentation, Ausgrabung und Vermittlung römischer Fundstücke in Dölsach verschrieben hat. Ein weiteres Museum in Innsbruck – das Audioversum Science Center – gibt spannende Einblicke in die Welt des Hörens.

Neuverleihung 2021 / Kaiserliche Wagenburg - KHM Museumsverband
v.li.n.re.: Wolfgang Muchitsch (Präsident, Museumsbund Österreich), Bettina Leidl (Präsidentin, ICOM Österreich), Monika Kurzel-Runtscheiner (Direktorin, Kaiserliche Wagenburg), Heimo Kaindl (Juryvorsitzender, Österreichisches Museumsgütesiegel).Foto: © Max Wegscheidler

Spitzenreiter mit sechs Erstverleihungen ist das Bundesland Wien – neben dem Weltmuseum Wien tragen mit der Kaiserlichen Wagenburg und Schatzkammer nun alle Standorte des KHM-Museumsverbandes das Gütesiegel.

Das Themenspektrum der ausgezeichneten Museen ist auch unter den 30 erneut ausgezeichneten Museen breit gefächert und reicht von dem burgenländischen Museum für Baukultur aus dem Neutal, über das Zeitgeschichte Museum Ebensee und ERLAUF ERINNERT – die sich beide der Erinnerungskultur verpflichtet haben – bis hin zum Museum Schloss Bruck in Lienz, das die Geschichte der mittelalterlichen Burganlage genauso wie die Arbeiten des Malers Albin Egger-Lienz präsentiert.

Der Kriterienkatalog des Österreichischen Museumsgütesiegel wurde einer Aktualisierung unterzogen und ebenfalls am Museumstag präsentiert. Dieser ist nicht nur für die Bewerbung ab 2022 gültig, sondern dient auch als Leitfaden über die Basics des Museumsmanagements.